Guter Smalltalk im Geschäftsumfeld

Und dann stehst du da, mit einem Glas Sekt in der Hand (bestenfalls…) und die Networking-Veranstaltung geht los. Doch was sagst du zu den unbekannten Gesichtern um dich herum? Redest du über dein Business und deine tollen Angebote oder lieber nicht? Langweilst du dein Gegenüber schon, wenn du das Gespräch mit einem Satz zum Wetter eröffnest oder ist das einfach ein netter unverfänglicher Einstieg in ein Gespräch? Die Kunst des Smalltalks ist so vielfältig, wie die Personen, die ihn betreiben. Hier ein paar Tipps, wie du bei einer solchen Veranstaltung herausstichst, ohne negativ aufzufallen.

  1. Der Einstieg

Eigentlich ist es egal, womit du anfängst. Ob es das Wetter ist oder die einfach Frage: “Wie fanden Sie den Vortrag?”, jeder weiß, dass der erste Satz beim Smalltalk immer nur der Einstieg in ein Gespräch ist. Allerdings tust du dir viel leichter, wenn du dein Gespräch mit einer offenen Frage beginnst, denn dann kann dein Gegenüber dir antworten und muss nicht selber nach Gesprächsstoff suchen. Also “Ist das heute heiß hier drin!” gibt nunmal nicht viel Spielraum, etwas Interessantes darauf zu erwidern. Die Frage “Wie finden Sie die Veranstaltung?” hingegen schon.

  1. Stell dich vor, aber nicht zu früh

Vergiss nicht dich vorzustellen, wenn du Smalltalk betreibst. Viele reden direkt darauf los und das ist sympathisch, aber du möchtest deinem Gegenüber im besten Falle mitgeben, wer du bist und was du machst. Spätestens nach dem ersten Geplänkel solltest du deinen Namen nennen und einen konkreten Satz parat haben, was du genau machst. Wenn du damit auf Interesse stößt, gibt es deinem Gegenüber auch gleich die Möglichkeit hier nachzufragen. Es kann sogar hilfreich sein, deinen Namen erst nach den ersten Sätzen zu nennen, denn dann hast du bereits Sympathiepunkte und dein Gesprächspartner ist aufmerksamer bei dem, was du sagst und was du tust, als wenn du dich direkt zu Beginn vorstellst.

  1. Habe echtes Interesse und stelle viele Fragen

Menschen lieben es, über sich selbst zu reden. Deshalb höre ihnen zu und stelle konkrete Fragen zu ihren Erzählungen. Klingt banal, aber tatsächlich ist es so, dass viele der Meinung sind, bei einem guten Gespräch geht es um den Satz. “… ach das ist ja interessant, also bei mir ist das folgendermaßen…”. Und schon dreht sich das Gespräch nicht mehr um den anderen sondern um deine Geschichte. Nein, lass das bleiben. Bevor du von deinen Erlebnissen oder Eindrücken berichtest, versuche zu verstehen, was dein Gegenüber gerade wirklich erzählen möchte. Es hilft dir hinterher auch viel besser zu erkennen, was mögliche Punkte sind, um zum Beispiel dein Unternehmen vorzustellen. Denn jetzt weißt du was ihn interessiert, was für einer Art Mensch er oder sie ist und was ihm wichtig ist.

  1. Smalltalk ist keine Verkaufsveranstaltung – oder doch?

Wie viel redest du über dich und dein Leistung? Es gibt hier keine pauschale Aussage, aber eines ist klar, du solltest durchaus dich und deine Leistung oder dein Unternehmen einmal angesprochen haben. Die Frage ist nur, wie bringst du das unter. Und hier kommt Punkt 3 ins Spiel. Hast du gut zugehört, weißt du, was ihn oder sie bewegt. Spricht er viel von seinem Unternehmen oder seiner Familie? Ist dein Gegenüber sehr humorvoll, eher faktenorientiert oder ganz karrierebewusst? Wenn du das weißt, kannst du deine Leistung auf der gleichen Ebene ansprechen und wirst auf offene Ohren stoßen. So oder so, kenne deine Positionierung und deinen “Elevator Pitch”, auch wenn du diesen je nach Bedarf etwas umformulierst. Sei konkret und bringe es auf den Punkt und gib dann deinem Gegenüber die Möglichkeit hier nachzufragen. Du hilfst ihm übrigens dabei, wenn du deiner Vorstellung eine interessante kleine Geschichte verpasst oder sie sehr persönlich gestaltest. Also anstatt: “Ich bin Marketingberaterin für IT Unternehmen“ wie wäre es mit “Ich bin Marketingberaterin für IT Unternehmen. Ich finde es unglaublich spannend, wie schnell sich die Technologie wandelt, zum Beispiel XYZ (das Beispiel kannst du jetzt an die Interessen deines Gegenüber anpassen…). Und die Mehrwerte solcher Unternehmen in eine kurze prägnante Markenstory zu verpacken, um in diesem schnell wachsenden Markt herauszustechen, das begeistert mich!”. Hat er bei dieser Erklärung keine Fragen oder kein Kommentar, dann solltest du natürlich nicht noch 30 Minuten über dich und dein Unternehmen monologisieren. Dennoch wird er mit dir jetzt mehr verbinden, als die klassische Marketingberaterin und du bleibst länger im Gedächtnis.

  1. Das “Wir-Gefühl”

Anstatt über die Politik zu wettern, das schlechte Essen oder die fehlende Klimaanlage, versuche das Gespräch positiv und humorvoll zu gestalten. Menschen kaufen bei Menschen, die ihnen sympathisch sind. Auch wenn es manchmal einfacher ist, über kleine Lästereien ein “Wir-Gefühl” zu erzeugen, so ist es doch fraglich, ob es anschließend den richtigen Eindruck hinterlässt. Unterm Strich ist es aber genau dieses “Wir-Gefühl”, dass dich von anderen abheben wird. Also suche Gemeinsamkeiten mit deinem Gegenüber. Du musst dich hierfür nicht verbiegen, denn das fällt auf. Aber anstatt kontroverse Themen zu diskutieren, sprich lieber über das, was euch verbindet.

  1. Die “Familien”-Falle

Während Männer gerne untereinander über das Geschäft reden, wird das Gespräch mit und unter Frauen oft in die private Richtung geschoben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es durchaus vorkommen kann, dass Männer, sobald Frau in die Runde tritt, von Business auf “haben Sie auch Kinder” wechseln. Und das ist meist nicht mal böse gemeint, sie suchen eben auch den kleinsten gemeinsamen Nenner und dieser ist aus ihrer Sicht das Thema Familie oder Kinder. Lass dich darauf nicht ein, sondern versuche möglichst schnell ebenfalls auf die geschäftliche Ebene zu wechseln. Sprich über die gesehenen Vorträge, über fachspezifische Themen oder spannende Projekte. Bleib nicht in der Familienecke. Aus eigener Erfahrung ist es auch kein Problem, dieses Themenfeld schnell zu verlassen. Im Gegenteil, es wird dankbar aufgenommen und später wirst du dann unter der Kategorie “Spezialistin” eingeordnet und nicht im Bereich “Mutter mit Beruf” abhaken.

  1. Jetzt mal ganz konkret

Wem es schwerfällt konkrete Fragen zu stellen, für den gibt es hier ein paar Vorschläge, die ein interessantes Gespräch ermöglichen:

  1. Welcher Vortrag hat Ihnen am besten gefallen?
  2. Haben sie einen aktuellen Bezug / Projekt dazu?
  3. Mit was beschäftigen Sie sich gerade?
  4. Was sind ihre Herausforderungen dabei aktuell?
  5. Was haben Sie dabei gelernt? Was ist ihr Fazit daraus?
  6. Wie gehen Sie dabei vor?
  7. Warum ist Ihnen das wichtig?
  8. Wie reagieren ihre Kunden / Mitarbeiter / Kollegen darauf?
  9. Was ist Ihr nächstes Ziel?

 

  1. Keine übersteigerten Erwartungen

Vermeide hohe Erwartungen an Smalltalk. Es ist einfach eine Gelegenheit sich auszutauschen, einen ersten Eindruck zu hinterlassen und im besten Falle gute Kontakte zu bekommen. Stelle offene Fragen, dann hat dein Gesprächspartner auch die Möglichkeit ausführlich zu antworten. Wenn du das Gefühl hast, es läuft in eine falsche Richtung, oder ihr habt euch nichts zu sagen, dann ist es auch völlig okay sich zu verabschieden mit dem Hinweis, dass du noch andere Personen treffen möchtest. Wenn es sich jedoch als ein interessanter Kontakt herausstellt, dann vergiss nicht deine Visitenkarte zu übergeben und frage nach einer konkreten Möglichkeit, das Gespräch ein anderes Mal zu vertiefen.

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